Sonntag, 3. Februar 2013

Schöne neue Welt - Aldous Huxley

Ein Buch, dessen Bedeutung es nicht seiner literarischen Qualität zu verdanken hat. Wirre, sprunghafte Handlung, hölzerne Charaktere, zweckmäßiger Stil ohne Glanz oder Elend; ein klapperndes Vehikel für die gesellschaftskritischen und -satirischen Gedanken des Autors. Die sedierte Zukunft, die totale Kontrolle vermittels restloser Befriedigung aller Begierden waren kein vollkommen neuer Ansatz, so konsequent aber noch nicht durchexerziert worden, und in Form eines Bestsellers, egal welcher Qualität, hatten diese Ideen es leichter, Wirkung im populären Denken zu setzen.
Eine Vielzahl moderner Philosophen greifen die schöne neue Welt und ihre Vorboten im Jetzt auf, warnend meistens, z.B. Postman, es gibt aber auch andere Stimmen. So nennt es ein Houellebecq-Charakter Heuchelei, wenn von Huxleys Vision als einem Albtraum die Rede sei. Vielmehr handele es sich um das Paradies.
Wer der Gesellschaft und ihrer Entwicklung kritisch gegenübersteht, sollte das Buch einmal gelesen haben. Vielleicht findet er neue juckende Stellen, die er dann kratzen kann. Gute Literatur wird er nicht finden.

Limit - Frank Schätzing

Der Nachfolger vom Schwarm, noch länger, noch abgedrehter, noch schickere Aufmachung, trotz der abertausend Seiten schnell quergelesen. Der Versuch eines Deutschen, an den kleinsten gemeinsamen Nenner der großen US-Vorbilder anzuknüpfen, die da heißen Brown, Follett, Clancy etc. Ein Thriller, der schon wegen seiner Ausmaße auch die meisten Leser von Thrillern überfordern wird.
Das Thema ist die Umwelt, wie im Schwarm, diesmal wird sie überraschenderweise von Ölkonzernen ausgebeutet, ein standhaftes Alter Ego des Autors möchte stattdessen jedoch lieber ökologisch sein und den Mond nutzen. Friedlich natürlich. Dabei werden ihm allerlei Steine in den Weg gelegt und Bomben, einige reiche Leute gehen drauf, einige überleben, die Charaktere sind ausnahmslos mit mindestens einer menschlichen Schwäche ausgestattet und besitzen damit Tiefgang. Ohne Not hätte man zwei Drittel streichen können, ohne Not legt man das Buch wieder weg.